Diese Zeit möchte ich nutzen, um etwas über
abstrakte Malerei zu erzählen. Zum Beispiel, wie ich dazu gekommen
bin.
Begonnen habe ich, wie fast alle
Künstler, gegenständlich zu
malen.
Als ich mit dem Malen begann, hieß "Malen" natürlich Malen
in Öl. Meine
Erstlingswerke sind daher alles Ölbilder. Ich habe mir die
großen Maler als Vorbild genommen und versucht, sie so gut es
ging, zu kopieren. Auch dabei kann man eine ganze Menge lernen. Diese
Bilder sind in der Familie immer gerne genommen worden, sodaß ich
aus dieser Zeit nur noch ein Bild besitze, nämlich "Die blaue
Vase" von Cesanne, damals mein Lieblingsbild, das mich bis heute in
alle meine Wohnungen begleitet hat.
Erst sehr viel später habe ich Unterricht genommen und gelernt:
Zeichnen, Aquarell, Pastell und schließlich auch Acryl.
Entscheidend für das abstrakte Malen war für mich, dass ich
einen Dozenten fand, der mich dafür begeistern konnte.
Dabei habe ich viel über das Malen mit Acryl gelernt.
Wie schichte ich die Farben, deckend oder lasierend, 10 Schichten
sind schließlich keine Seltenheit bei einem Acrylbild.
Es beginnt mit der Motivsuche. Dutzenweise werden Blätter bemalt,
verschiedene Farben, verschiedene Formen.Dann sucht man einen
Ausschnitt, den man auf die Leinwand bringen
möchte. Dabei ist zu beachten, das ein Motiv, das auf einem
kleinen Blatt gut aussieht in einem Format von 150 x 100 oder
größer, monströs wirden kann.
Das fertige Bild wird sowewo nur noch wenig Ähnlichkeit mit
der Vorlage haben, die man ausgewählt hat. Denn
mit jeder Schicht, die aufgetragen wird, ändern sich Formen
und Farben..
Zum Schluß kommt
dann die alles entscheidende Frage:
Wie erkenne ich, wann das Bild
optimal aussieht und somit fertig ist?
Garnicht so einfach, man könnte ja ewig weitermalen.
Mir macht es sehr viel Freude auf großen
Leinwänden mit Farben und Formen zu experimentieren. Zuerst hat
man Hemmungen, große Bilder in ein normales Wohnzimmer zu
hängen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und kann mir
gar nicht mehr vorstellen, kleine Bilder an die Wände zu haben.