Sigrun Graffmann

Sommerpause

Diese Zeit möchte ich nutzen, um etwas über abstrakte Malerei zu erzählen. Zum Beispiel, wie ich dazu gekommen bin.

Doch zuerst das Video, auf dem viele meiner mehr oder weniger abstrakten Bilder zu sehen sind.

Begonnen habe ich, wie fast alle Künstler, gegenständlich zu malen.

Als ich mit dem Malen begann, hieß "Malen" natürlich Malen in Öl. Meine Erstlingswerke sind daher alles Ölbilder. Ich habe mir die großen Maler als Vorbild genommen und versucht, sie so gut es ging, zu kopieren. Auch dabei kann man eine ganze Menge lernen. Diese Bilder sind in der Familie immer gerne genommen worden, sodaß ich aus dieser Zeit nur noch ein Bild besitze, nämlich "Die blaue Vase" von Cesanne, damals mein Lieblingsbild, das mich bis heute in alle meine Wohnungen begleitet hat.
Erst sehr viel später habe ich Unterricht genommen und gelernt:
Zeichnen, Aquarell, Pastell und schließlich auch Acryl.

Entscheidend für das abstrakte Malen war für mich, dass ich einen Dozenten fand, der mich dafür begeistern konnte.
Dabei habe ich viel über das Malen mit Acryl gelernt.
Wie schichte ich die Farben, deckend oder lasierend, 10 Schichten sind  schließlich keine Seltenheit bei einem Acrylbild.

Es beginnt mit der Motivsuche. Dutzenweise werden Blätter bemalt,
verschiedene Farben, verschiedene Formen.Dann sucht man einen Ausschnitt, den man auf die Leinwand bringen möchte. Dabei ist zu beachten, das ein Motiv, das auf einem kleinen Blatt gut aussieht in einem Format von 150 x 100 oder größer, monströs wirden kann.

Das fertige Bild wird sowewo nur noch wenig Ähnlichkeit mit der  Vorlage haben, die man  ausgewählt hat. Denn mit  jeder Schicht, die aufgetragen wird, ändern sich Formen und Farben..

Zum Schluß kommt dann die alles entscheidende Frage:
Wie erkenne ich, wann das Bild optimal aussieht und somit fertig ist?
Garnicht so einfach, man könnte ja ewig weitermalen.

Mir macht es sehr viel Freude  auf großen Leinwänden mit Farben und Formen zu experimentieren. Zuerst hat man Hemmungen, große Bilder in ein normales Wohnzimmer zu hängen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und kann mir gar nicht mehr vorstellen, kleine Bilder an die Wände zu haben.